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Ohrenschmaus 2009: Mit einem Schlag bin ich berühmt!

Beim Ohrenschmaus-Literaturwettbewerb geben SchriftstellerInnen ungewöhnliche Einblicke in ihre Lebenswelt.

Wien, 1.12.2009: "Da muss man erst nach Österreich fahren, um sich einen Ohrenschmaus-Preis abzuholen", scherzt Dieter Gebauer, um gleich eines draufzusetzen "Dafür bin ich jetzt mit einem Schlag berühmt geworden." Er ist aus Bielefeld in Deutschland angereist, um den Literaturpreis Ohrenschmaus für sein Gedicht „Gute Laune“ im Wiener Museumsquartier abzuholen.

Ebenfalls mit einer Auszeichnung bedacht wurde die 82-jährige Josefine Bitschnau aus Bludenz, deren berührender Lebensbericht von Frank Hoffmann und seiner kongenialen Partnerin Chris Pichler vorgetragen wurde. Die Dritte im Bunde der Preisträger ist die Wienerin Sarah Lutschaunig. Sie hat zum ersten Mal bei einem Literaturwettbewerb mitgemacht und überzeugte die Jury mit ihrer skurillen, spitz zugeschnittenen Prosa.

Dieter Gebauer Ohrenschmaus-Preisträger Foto: Eva Thebert

Kurt Palm, der gemeinsam mit Barbara Rett, Heinz Janisch und Eva Jancak die Siegertexte auswählte, setzte sich für einen Sonderpreis ein, der an die Klex-Gruppe der Lebenshilfe Wien ging. Ihre Textcollage ließ sich nicht in die drei Kategorien Lyrik, Prosa und Lebensgeschichte einordnen, und gerade das gefiel ihm dabei.

Tief beeindruckt von der Fülle kreativer Schaffenskraft zeigte sich Ursula Vennemann, Präsidiumsmitglied der Lebenshilfe Österreich. Auf die Frage von Moderator Johannes Kaup, ob ihr Sohn auch am Wettbewerb teilgenommen hat, verneinte sie „Mein Sohn lebt seine Talente im Sport aus. Die Neigungen sind eben unterschiedlich. Wichtig ist, sie entsprechend zu fördern und Selbstvertrauen aufzubauen.“

Ursula Vennemann, ihr Mann und ihr Sohn sind Fans der Ohrenschmaus-Schokolade von Zotter

Als Franz-Joseph Huainigg den Preis vor drei Jahren aus der Taufe hob, war es um die Bekanntheit von literarischen Werken von Menschen mit Lernschwierigkeiten weniger gut bestellt. Kaum ein Text schaffte die Veröffentlichung. Der Elfenbeinturm der Schreibkunst war hoch, seine Mauern dick.

Jetzt ist alles anders: Der Ohrenschmaus-Preis zieht immer mehr Publikum an und stellt schriftstellerische Talente ins Rampenlicht. Huainigg ist vor allem eines wichtig: „Die Texte der lernbehinderten AutorInnen geben ungewöhnliche Einblicke in ihre Lebenswelt und zeigen ein anderes Bild von behinderten Menschen, wie es sonst gerade in der Weihnachtszeit nicht vorkommt.“

Klex-Gruppe Lebenshilfe Wien Foto: Eva Thebert

Alle eingereichten Texte und die Fotos zur Preisverleihung finden Sie unter www.ohrenschmaus.net.


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