Startseite
Wörterbuch Zum Inhalt Sitemap
Suche
Hauptnavigation
Kontakt Zur Subnavigation

EU-Jahr 2010: Trickfilm über Ausgrenzung und Inklusion

Lebenshilfe gewinnt Filmprojekt für Bewusstseinsarbeit über Inklusion

Die Europäische Union hat für das Jahr 2010 den Themenschwerpunkt Armut auserkoren. Dabei geht es aber nicht nur um deren Bekämpfung. Im Zentrum der Diskussion steht ebenfalls die Problematik der sozialen Ausgrenzung, mit der großteils Menschen mit Lernschwierigkeiten zu kämpfen haben. Die Lebenshilfe Österreich ist dem Aufruf des Sozialministeriums gefolgt und hat sich mit ihrem Projektvorschlag durchgesetzt. Von insgesamt 60 Antragstellern ist die Lebenshilfe Österreich einer von 16 ausgewählten Projektträgern im EU-Jahr 2010 "Gegen Armut".

Filmprojekt zum EU Jahr 2010

Filmprojekt zum EU-Jahr 2010

Die Lebenshilfe Österreich initiiert mit ihrem Projekt eine öffentliche Bewussts­einbildung zur Inklusion von Menschen mit intellektueller Behinderung. Das Ganze geschieht mit einem für diesen Zweck neuen Medium, nämlich dem Trickfilm. Der Trickfilm mit dem Arbeitstitel „Special People“ macht nicht nur die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zum Thema, sondern zeigt sie auch vor: Menschen mit Lernschwierigkeiten werden zu aktiven GestalterInnen des Handlungsstranges. Das Projekt wird teils von EU-Geldern, teils vom Sozialministerium mit einer Gesamtsumme von 20.000 Euro gefördert. Insgesamt stehen 300.000 Euro für Förderprojekte im EU-Jahr 2010 zur Verfügung.

Warum gerade ein Trickfilm?

Das Genre des Trickfilms eignet sich besonders gut dazu, ein komplexes Thema möglichst verständlich aufzubereiten. Das, was Menschen mit Behinderungen zur Gesellschaft beitragen können, wird in vereinfachter Weise sichtbar, hörbar und spürbar. Es geht dabei nicht ausschließlich um künstlerische Begabungen, sondern vor allem um menschliche Qualitäten.

Neuer künstlerischer Ansatz

Die Kernaufgabe des Filmteams um Regisseurin Susanne Strobl ist es, den künstlerischen Schaffensdrang der Hauptdarstellerin auf die Spur zu kommen. Auch die Kunst, das Leben mit einer Behinderung zu meistern, ist damit inkludiert. Grundsätzlich betritt dieses Filmprojekt künstlerisches Neuland, da Menschen mit intellektueller Behinderung zu einer solchen Arbeitstechnik bislang keinen Zugang hatten.

Dichtung in Szene setzen

Hauptdarstellerin des Trickfilms ist die Künstlerin Renate Gradwohl aus der Lebenshilfe-Werkstatt in Kindberg. Renate Gradwohls Dichtung befasst sich mit den großen Themen der Weltliteratur: Liebe, Eifersucht und Tod. Unter Regie der Animationskünstlerin Susanne Strobl werden anhand von Texten wie „Der böse Gerhard“ einzelne Szenen entwickelt. Die Schauspieler dieses literarischen Miniaturdramas werden handgefertigte Puppen sein. Renate Gradwohl schreibt Gedichte und Texte und bebildert sie mit gezeichneten und kolorierten Grafiken. Ihr Text „Der Böse Gerhard“ wurde für den EUCREA 2008, den Literaturwettbewerb für Menschen mit geistiger Behinderung für den deutschsprachigen Raum, nominiert.

Bild von Renate Gradwohl "Der böse Gerhard"

„Der böse Gerhard“ von Renate Gradwohl

Kann nicht schlafen.

Träumen – böser Gerhard.

Habe keinen Mann.

Leben – gestorben.

Brauch einen Mann.

Böser Gerhard!

Husten, Tränen.

Kann nicht schlafen.

Ich – Begräbnis. Tot.

Böser Gerhard.

Warum? Ich will heiraten.

Kann nicht schlafen.

Mir geht´s gut.

Ich lebe nicht.

Böser Gerhard!

Früh auf – Tränen.

Warum? Böser Gerhard!

Ingrid.

Böse Ingrid!

Traurig.

Kann nicht. Begräbnis.

Leben! Helfen!

Nie mehr soll sterben.

Kirche – Herz. Ring.

Böser Gerhard.

Warum?

Keiner mehr küssen.

Böser Gerhard.


Schriftgröße: Sie sehen diese Seite in normaler Schriftgrösse.

Kontrast: Sie sehen diese Seite mit gewöhnlichem Kontrast. Hier wechseln Sie zur Version mit erhöhtem Kontrast.

Vorlesen: Hier können Sie sich den Inhalt dieser Seite vorlesen lassen.

Wörterbuch: Schwer verständliche Wörter und Abkürzungen finden Sie im Wörterbuch.