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Lebenshilfe: Realer Lohn statt Taschengeld für Menschen mit Beeinträchtigungen

2.12.2011, Lebenshilfe-Tagung über Wege zum inklusiven Arbeitsplatz in Salzburg

Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung in Österreich haben kaum Chancen, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, kritisiert die Lebenshilfe Österreich anlässlich des bevorstehenden "Internationalen Tages von Menschen mit Behinderungen" am 3. Dezember. Von 14. bis 15. Dezember 2011 veranstaltet die Lebenshilfe Österreich in Salzburg eine Tagung, die zeigt, wie inklusive Arbeitsformen funktionieren.

„Die momentane Beschäftigungssituation von Menschen mit Beeinträchtigung steht im krassen Gegensatz zur UN-Behindertenrechtskonvention“, erläutert Univ. Prof. Dr. Germain Weber, Lebenshilfe-Präsident. Dabei steht Menschen mit Beeinträchtigungen mit dem rechtlich bindenden Völkerrechtsvertrag bereits seit 2008 ein offener, inklusiver und barrierefrei zugänglicher Arbeitsmarkt zu.

Geregelte Dienstverhältnisse sind die Ausnahme. Die überwiegende Mehrheit der rund 50.000 Österreichern und Österreicherinnen mit intellektuellen Beeinträchtigungen arbeitet in Tages- und Beschäftigungsstrukturen der Behindertenorganisationen, allerdings ohne Ansprüche auf Gehalt oder Alterspension. „Menschen mit Beeinträchtigungen sollen auch für ihre Arbeit in Behinderteneinrichtungen eine eigene Sozialversicherung und Arbeitslosenversicherung beziehen, pensionsversichert sein und einen realen Lohn statt Taschengeld bekommen“, fasst Weber die Forderungen der Lebenshilfe Österreich zusammen.

Darüber hinaus braucht es ein Bündel an Maßnahmen, die Mut zur Anstellung von beeinträchtigten Menschen machen sollen. Weber nennt Unterstützungsmaßnahmen direkt am Arbeitsplatz oder finanzielle Anreize für Unternehmen, denn „Betriebe sollen dafür belohnt werden, wenn sie auf inklusive Arbeitsplätze setzen“, so Weber.

Gemeinsam mit den Sozialpartnern veranstaltet die Lebenshilfe Österreich unter dem Titel „Wege zur inklusiven Arbeit“ am 14. und 15. Dezember 2011 eine Tagung in Salzburg, die zeigt, dass inklusive Beschäftigungsformen funktionieren. Fachleute referieren über Best-Practice Beispiele, Betroffene wie Julian Bitschnau berichten direkt aus der Berufspraxis. “Es ist wichtig, dass auch Menschen mit Handicap einen inklusiven Arbeitsplatz finden, bei dem sie eine Arbeit ausüben können, die ihnen Spaß macht, und sie später dann auch eine Pension bekommen“, sagt der Sprecher für die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigungen bei der Lebenshilfe Österreich.

Die Tagung der Lebenshilfe Österreich findet von 14. bis 15. Dezember 2011 im St. Virgil-Bildungshaus in Salzburg statt. Davor treffen Menschen mit Behinderungen von 12. bis 14. Dezember 2011 zu einem großen Kongress in Salzburg zusammen, um auf die Verwirklichung ihrer Rechte aufmerksam zu machen.


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