Was bedeutet Inklusion?
Inklusion ist in aller Munde. Was steckt eigentlich dahinter?
Immer häufiger taucht der Begriff auf - in politischen Debatten, in Lehrbüchern und nicht zuletzt in den Leitbildern von Interessenvertretungen im Behindertenbereich. Aber was steckt eigentlich dahinter?
Inklusion ist mehr als Integration
"Wenn von Inklusion gesprochen wird, ist zunächst immer ein gesamtgesellschaftlicher Leitgedanke gemeint, der beschreibt, wie alle Mitglieder der Gesellschaft leben möchten: Nämlich in einem Miteinander, in dem keine Person ausgeschlossen wird," erklärt Lebenshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Germain Weber.
Der Inklusionsgedanke geht davon aus, dass jeder Mensch ein anerkannter und wertgeschätzter Teil der Gesellschaft ist - unabhängig von Herkunft, Behinderung, sexueller Orientierung oder Lebensalter. Dies mag sich selbstverständlich anhören, und man könnte meinen, dass damit die Haltung der Toleranz beziehungsweise der Akzeptanz gemeint ist. Das ist aber nicht der Fall, denn Inklusion ist mehr.
"Ja" zur Vielfalt
Inklusion schätzt nicht nur die Unterschiedlichkeit von Menschen, sondern sie bejaht die Vielfalt einer Gesellschaft und sieht darin eine Ressource. Egal ob MigrantIn, behinderte oder alte Menschen – sie alle sind verschieden und stellen dadurch für ihre Mitmenschen eine Bereicherung dar. Das Ziel zu einer gleichberechtigten Teilhabe am Leben, Lernen, Spielen und Arbeiten soll dadurch erreicht werden, indem mögliche Barrieren aufgespürt und gemeinsam beseitigt werden. Damit fördert Inklusion die Sensibilität für Benachteiligung und verstärkt das Wir-Gefühl in einer Gesellschaft.
Welche Auswirkungen hat das Modell der Inklusion auf die Praxis ?
Inklusion kann natürlich nicht nur als bloßes Wort im Leitbild existieren ohne konkrete Auswirkungen auf Angebote für NutzerInnen zu haben. Den Gedanken der Inklusion in Einrichtungen umzusetzen, bedeutet, verstärkt Dienstleistungen anzubieten, die Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglichen und fördern. Zum Beispiel ambulante Wohnbegleitung, die das Leben in einer eigenen Wohnung in der Gemeinde mit der nötigen Unterstützung möglich macht. Damit sind Dienstleistungen gemeint, die individuell auf die Bedürfnisse und Wünsche einer Person zugeschnitten sind. Das Zentrale dabei ist, dass die KundInnen die wesentlichen Entscheidungen, was ihre Unterstützung angeht, selbst treffen.
Lebenshilfe-Tagungen zum Thema
Die Lebenshilfe Österreich organisiert einmal im Jahr eine Tagung, die sich mit den unterschiedlichen Aspekten von Inklusion beschäftigt. Das Besondere an den Lebenshilfe-Tagungen ist, dass sie nach dem Prinzip des Trialogs ausgerichtet sind. Beim Trialog kommen Menschen mit Behinderungen als Experten und Expertinnen in eigener Sache gleichermaßen zu Wort wie Angehörige und professionelle Begleiter und Begleiterinnen.
Mehr über die Lebenshilfe-Tagungen erfahren Sie hier.
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